Neubau Hallenbad wohl frühestens in 2024 fertig

Geschrieben am 29.06.2022
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Eigentlich sollte der Spatenstich zum Neubau des Harener Hallenbads längst erfolgt und die Baumaßnahme bereits in vollem Gange sein, doch der Baubeginn verzögert sich.  Dazu schreibt die Stadt Haren:

Bereits im letzten Jahr erhielt die Stadt Haren (Ems) vom Bund die Zusage zur Bereitstellung von 2 Mio. Euro für den Hallenbad-Neubau aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur". Die Stadt Haren (Ems) ist damit eine von nur 200 Kommunen, die deutschlandweit eine Förderung erhalten.

Nachfolgend zur Zusage des Bundes musste der zuständigen Antragsbehörde nun ein formeller Antrag einschließlich der baufachlichen Unterlagen vorgelegt werden. Die hierfür notwendigen Pläne und Unterlagen wurden durch die Stadt schnellstmöglich eingereicht. Das war auch möglich, denn die Stadtverwaltung hatte alle Planunterlagen für das neue Hallenbad bis hin zur Farbauswahl der Fliesen bereits fix und fertig. „Daher standen wir im letzten Jahr in den Startlöchern zum Bau des neuen Hallenbads“ erklärt Bürgermeister Markus Honnigfort und fügt hinzu: „Ursprünglich hatten wir die Ausschreibung der ersten Gewerke für November 2021 eingeplant, doch bei einem Gespräch mit der Antragsbehörde stellte sich dann heraus, dass die finale Prüfung der Unterlagen nicht abgeschlossen und eine Ausschreibung somit faktisch noch nicht ermöglicht werden konnte.“

In der Hoffnung den Prüfungsprozess nochmals zu beschleunigen, um eine schnellstmögliche Startfreigabe zu erzielen, hatte die Stadt Anfang dieses Jahres sogar einen Antrag zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn bei den zuständigen Antragsbehörden gestellt. Leider wurde dieser vom Zuwendungsgeber abgelehnt. Begründet wurde dies mit formalen Gründen sowie damit, dass dies nur für klar abgrenzbare kleinere Maßnahmen gestattet sei.

„Dass wir kein grünes Licht für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn erteilt bekommen haben, hat uns sehr verwundert – zumal es bei anderen Förderprogrammen bislang gängige Praxis war. Hinzu kommt, dass ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn für kleinere Einzelmaßnahmen wenig Sinn macht, da es für Baumaßnahmen dieser Art grundsätzlich erforderlich ist, dass mehrere Gewerke wie z.B. (Tief-) Gründung, Rohbau, Stahlbau oder auch Badewassertechnik ineinandergreifen“ so Stadtbaurat Henrik Brinker.

Mittlerweile ist die Prüfung der Unterlagen durch den Zuwendungsgeber seit Mitte Juni abgeschlossen, doch wie geht es nun weiter? In der derzeitigen Situation ist es kaum sinnvoll, die Ausschreibungen auf den Markt zu bringen. Für die Baufirmen ist es sehr schwer, nachhaltige und sichere Kalkulationen abzugeben, da die Preise sich teilweise sehr stark erhöhen oder diese nur tagesaktuell, wenn nicht sogar stündlich gelten. Zudem hat sich die Lage durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine nochmals verschärft und die vielfach ins Stocken geratenen Lieferketten tun ihr Übriges. Da der Vermeidung von Mehrkosten höhere Priorität einzuräumen ist, als der Einhaltung von vorgesehenen Terminen, wird nun angestrebt, die Baumaßnahme erst dann umzusetzen, sobald ein nachhaltiges Kostenmanagement wieder möglich und die Preise kalkulierbarer sind.

Der Bau des neuen Hallenbads wird daher nicht - wie ursprünglich geplant - Ende 2023 abgeschlossen werden können. Erst wenn die Baukonjunktur sich wieder beruhigt hat, wird es vorangehen können. „Aktuell gehen wir davon aus, dass wir im Herbst diesen Jahres mit der Ausschreibungsphase beginnen können und dann in 2023/2024 das neue Hallenbad bauen“ schätzt Bürgermeister Honnigfort und fasst die Situation wie folgt zusammen: „Für den Bauablauf ergeben sich mit Ausnahme der zeitlichen Verschiebung keine größeren Konsequenzen. Wir hoffen zum einen, wie gesagt, auf die Beruhigung des Marktes im zweiten Halbjahr und zum anderen auf verlässlichere Rahmendaten. Die Fördermittel sind aber nach wie vor gesichert, und zwar bis Ende 2025. Bis dahin muss der Bau des neuen Hallenbads spätestens abgeschlossen und abgewickelt sein.“