Tausendschrittmoor

Haren (Ems) Emsland NDS

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„Dusend Trä Moor“, ja das ist der uralte Name, den die Harener ihrem „Tausendschrittmoor“ vor vielen Jahrzehnten gaben. Gemeint ist damit eine urwüchsig gebliebene Moorlandschaft, gelegen zwischen Haren und Altenberge. Hier wurde nichts kultiviert oder gerodet. Alles ist noch so, wie die Natur es einst geschaffen hat. Wo findet man noch so eine unberührte Landschaft?
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir dieses wunderschöne Hochmoorgebiet und es zieht uns gleich in ihren herben Bann. Umgeben von einem breiten Wall zeigt es sich in seiner ruhigen, stillen Art. Kleine bis mittlere Wasserflächen, eingewachsen mit Binsengras, Wollgras und Moorheide spiegeln den Lauf der Wolken auf ihrer Oberfläche.
Unsere Schritte machen auf dem weichen Torfboden fast keine Geräusche und trotzdem scheinen wir einige Stockenten in ihrer Abendruhe gestört zu haben. Aufgeregt heben sie zum Flug an, berühren dabei mit ihren Füßen kurz die glatte Wasseroberfläche um sich dann an einer anderen Stelle des Moores niederzulassen.

 



Am Rand des Teiches entdecken wir die flaschengrüne weiche Torfpflanze. Wurzellos ernährt sie sich nur vom herabfallenden Regenwasser. Sie ist der Baumeister des Moores, nur wenige Millimeter wächst sie im Laufe des Jahres. In Jahrzehnten bildet sie den wertvollen Torf, der für die ersten Siedler dieser Moorgebiete als Brenn- und Baumaterial lebenswichtig war. Ebenso wie die robuste Besenheide, die hier überall wächst und mit der die Menschen hier ihre ersten Hütten eindeckten. Junge Birken recken keck ihr erstes Grün in die Höhe. Sie wollen und müssen einmal die alten abgestorbenen Birken ersetzten, die fast leblos ihre kahlen Stämme aus dem Wasser des Sees recken. Viele von ihnen hat der strenge Wind gebrochen und ihr Totholz hat sich zusammen mit den anderen Zweigen, die im Wasser treiben, zu kleinen Inseln verfangen.
Sie bieten einen idealen Lebensraum für verschiedene Amphibien, wie zum Beispiel dem kleinen, aber besonders attraktiven Moorfrosch. Das Froschmännchen kann sich im Frühling in ein schillerndes Kobaltblau verfärben, alles für seine liebste Froschfrau.
Manchmal kann man genau hier ein Fischreiherpaar beobachten, wenn es sich nach einem geeigneten Brutplatz umsehen will. Das Moor ist voll mit Leben, teils versteckt, teils ganz leicht sichtbar. Ein Besuch hierher lohnt sich für alle Naturliebhaber. Aber bitte,.... sehr, sehr behutsam.